IHK Lüneburg verweigert Zusammenarbeit mit freien Gründungsberatern
Die Handelskammern in Deutschland haben u.a. die Aufgabe, Unternehmen in der Gründungsphase aber auch bei der Planung der Unternehmensentwicklung zu unterstützen. Um eine Umsatzplanung zu untermauern, stellt die IHK daher Kaufkraftzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung zur Verfügung. Genau genommen STELLTE die IHK diese Zahlen zur Verfügung, seit kurzem ist alles anders.
Für uns Gründungsberater, aber auch für jeden Gründer und Unternehmer war dies bislang eine wirklich angenehme Arbeitsweise. Man ruft bei der zuständigen Kammer an und bittet um Übersendung der regionalen Kaufkraftanalyse für ein bestimmtes Sortiment (bspw. Nahrungsmittel) - diese Analyse hat man dann in der Regel innerhalb weniger Minuten recht unkompliziert per E-Mail bekommen. An dieser Stelle möchten wir uns -auch im Namen unserer Mandanten- ganz recht herzlich bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg-Stade für die schnelle und unkomplizierte Unterstützung in den letzten Jahren bedanken.
Nun gab es wohl IHK-intern die Anweisung, diese Kaufkraftanalysen nicht mehr heraus zu geben. Bei einem Anruf bei der IHK Lüneburg wurde uns mitgeteilt, dass nur noch Gründer, die eine umfassende Gründungsberatung der IHK in Anspruch nehmen, Zugang zu diesen Zahlen haben. Ob dies nun alleine die IHK Lüneburg betrifft, oder eine bundesweite Anweisung ist, lässt sich im Moment noch nicht sagen.
Was steckt dahinter? Wir können an dieser Stelle nur spekulieren - auf jeden Fall macht man so den "kleinen Gründungsberatern" das Leben noch ein wenig schwerer - eine Entwicklung, der wir uns in der Region Lüneburg leider schon länger ausgesetzt sehen. Erst im letzten Jahr wurde Heiko Bieniußa im persönlichen Gespräch mitgeteilt, dass er als "freier Berater" auf den Veranstaltungen des Gründungsnetzwerk Lüneburg (eine Initiative des "Wirtschaftsforums Lüneburg e.V.") nicht erwünscht ist, und das, obwohl es sich um öffentliche Veranstaltungen handelt. Es ist zu beobachten, dass die Kammern, Behörden und andere öffentliche Träger immer mehr das Geschäft der Gründungsberatung unter sich aufteilen und die kleinen Berater offensichtlich an die Seitenlinie verdrängen wollen.

